
The Write Way Podcast Folge 17: Wie soll dein Buch aussehen?
Willkommen zur siebzehnten Folge unseres The Write Way-Podcasts. Heute geht es um ein Thema, das im ersten Moment vielleicht ein bisschen irritiert: Ein Buch wie Facebook. Und keine Sorge, du sollst danach nicht anfangen, dein Sachbuch in Kommentaren und Emojis zu schreiben.
Wir schauen uns in dieser Folge an, wie du dein Sachbuch mithilfe von Strategien aus den sozialen Medien so aufbauen kannst, dass es mehr Aufmerksamkeit bekommt. Und wir klären auch, warum dein Buch Leser:innen heute sehr schnell fesseln muss. Plus ganz konkret: was du dafür tun kannst.
Drei Sekunden.
Eins. Zwei. Drei. Und aus.
So schnell ist die Aufmerksamkeitsspanne vieler Menschen im Internet. Im Klartext bedeutet das: Du hast ungefähr drei Sekunden Zeit, um Webseitenbesucher:innen zu erreichen. Verdammt wenig Zeit.
Moni:
Aber bei einem Sachbuch ist das doch anders, oder? Menschen, die ein Buch lesen, ticken doch nicht wie Leute, die auf Facebook herumscrollen.
Lisa:
Leider ist es oft kein Entweder-oder. Fast alle, die wir kennen, sind auf Onlineplattformen unterwegs. Facebook, LinkedIn, Datingseiten, Foren, Gruppen. Überall prasseln Informationen auf uns ein. Bilder, Videos, Texte, Unterhaltung. Wir werden regelrecht bombardiert.
Genau deshalb müssen Stil und Layout eines Sachbuchs heute sehr schnell und auch über längere Zeit überzeugen. Sonst wird es zwar gekauft, aber nicht gelesen. Oder maximal bis Seite vier. Sorry für die Ehrlichkeit. Dein Thema allein, so spannend es auch sein mag, reicht nicht mehr aus.
Moni:
Also sind soziale Medien eine Art Konkurrenz für Sachbücher?
Lisa:
Ja, leider schon. Wir greifen zum Buch und plötzlich fällt uns ein, dass wir noch schnell Mails checken wollten oder jemandem auf [WhatsApp] schreiben. Und schon liegt das Buch wieder weg. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus.
Unsere Aufgabe als Autor:innen ist es also, Aufmerksamkeit zu schaffen und sie auch zu halten. Und das ist gar nicht so einfach.
Wenn ich sage „ein Buch wie Facebook“, dann meine ich bitte nicht den Schreibstil. Sonst fallen Leser:innen reihenweise in Ohnmacht. Schreiben ist nur ein Teil des Prozesses. Gerade bei Sachbüchern brauchst du mehr. Stichwort: Multimedia.
Moni:
Soll ich jetzt einen Like Button ins Buch einbauen?
Lisa:
Du kannst es probieren. Aber was sehr wohl geht, ist dein Buch so zu gestalten, dass es abwechslungsreich ist wie Facebook. Bis zu einem gewissen Grad sogar interaktiv. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, sowohl im Layout als auch im Schreiben.
Wenn wir das Buch mit den Augen von Social Media Nutzer:innen betrachten, dann brauchen wir Bilder, Zitate, Storytelling und Persönliches. Und ja, am Ende auch Interaktivität. Aber dazu kommen wir später.
Moni:
Bilder, Grafiken und Illustrationen gehören in ein Sachbuch einfach hinein. Sie helfen, Emotionen zu verstärken, mit Humor zu arbeiten, Sehnsüchte anzusprechen, zu motivieren oder zu trösten. Menschen sind visuell geprägt. Bilder können das, was im Text entsteht, noch vertiefen.
Lisa:
Was mich auf Facebook anspricht, sind manche Zitate. Betonung auf manche. Aussagen, die mit einem einzigen Satz ein Problem oder eine Lösung auf den Punkt bringen. Aber bitte Achtung: Originalität ist hier alles.
Henry Ford, Epiktet, Dalai Lama. Die haben Hunderte kluge Zitate hinterlassen. Und trotzdem tauchen online immer dieselben zwei oder drei auf. Wenn ich noch einmal Carpe diem lese, bekomme ich einen Weinkrampf.
Moni:
Es gibt viele Zitatseiten im Internet. Und ja, da findet man auch weniger ausgelutschte Aussagen.
Lisa:
Stimmt. Aber jetzt kommt ein wichtiger Hinweis. Großer Disclaimer. Ich bin keine Anwältin. Aber: Wenn du ein Zitat als Schmuckzitat verwendest, also groß und hervorgehoben, sollte der oder die Zitierte seit mindestens siebzig Jahren tot sein. Sonst kann das urheberrechtlich problematisch werden.
Und jetzt der beste Tipp überhaupt: Zitate dürfen auch von dir selbst sein. Dann hast du keine rechtlichen Probleme.
Moni:
Storytelling darf im Sachbuch ebenfalls nicht fehlen. Menschen kaufen keine Produkte, weil jemand sagt „Das ist toll“. Sie kaufen wegen Geschichten. Und genauso ist es beim Buch.
Lisa:
Absolut. Meine eigene Geschichte beginnt sehr früh. Ich habe mit drei oder vier Jahren lesen gelernt, dank extrem engagierter Großeltern. Als ich in die Schule kam, konnte ich schon flüssig lesen. Ergebnis: Ich durfte genau einmal vorlesen. Dann hieß es: Die kann das. Jetzt die anderen.
Das Problem war weniger, dass ich nicht vorlesen durfte, sondern dass meine Ohren geblutet haben, wenn andere Kinder Buchstaben einzeln ausgespuckt haben. Ich bin nicht die Geduld in Person.
Und dann kam mein zweites Trauma. Ich war etwa sieben und hatte alle Kasperlbücher in der Bücherei ausgelesen. Alle. Ich dachte ernsthaft, ich werde nie wieder etwas zum Lesen finden. Später habe ich verstanden: Es gibt Menschen, die Bücher schreiben. Und irgendwann habe ich beschlossen, ich werde eine von ihnen.
Moni:
Genau solche Geschichten gehören ins Buch. Nicht alles aus deinem Leben, aber das, was thematisch passt, berührt oder schmunzeln lässt. Dadurch entsteht Nähe. Und wenn ich mich mit einer Autorin verbunden fühle, lese ich ganz anders.
Lisa:
Und bitte keine Angst vor Unperfektheit. Ich war keine Vorzeigeschülerin. Turnen war eine Katastrophe, Betragen mittelmäßig. Aber genau das macht Menschen greifbar.
Moni:
Ein persönliches Foto im Buch kann ebenfalls viel bewirken. Zeig dich so, wie du wahrgenommen werden möchtest. Humorvoll, ruhig, nahbar, was auch immer zu dir passt. Bilder steuern, welche Menschen sich von dir angesprochen fühlen.
Und wenn wir schon beim Visuellen sind: Bücher haben einen riesigen Vorteil gegenüber Facebook. Sie sind haptisch. Papier, Cover, Gewicht, Oberfläche. All das macht etwas mit Leser:innen. Hände spielen beim Bücherkauf eine größere Rolle, als man denkt.
Lisa:
Und jetzt zur Interaktivität. Ja, auch gedruckte Bücher können interaktiv sein. Zum Beispiel mit QR Codes. Die lassen sich einfach erstellen und mit Webseiten verknüpfen.
Dahinter können Videos liegen, Begrüßungen, Worksheets, Checklisten, Rätsel, Ausmalbilder, Zusatzmaterial oder auch ein Onlinekurs. Wichtig ist nur: Es muss zum Buch passen.
Zusammenfassung:
Dein Buch muss schnell fesseln. Sonst wird es gekauft, aber nicht gelesen.
Was hilft dabei?
Spannung, auch im Sachbuch.
Storytelling.
Abwechslung durch Bilder, Illustrationen und Zitate.
Persönlichkeit.
Interaktivität, zum Beispiel mit QR Codes.
Wenn ihr mit uns interagieren wollt, ihr wisst, wo ihr uns findet.
Ghostwriting Akademie.
Feedback, Fragen und Anmerkungen gerne. Beschwerden eher nicht.
Das war Folge siebzehn.
Bis zum nächsten Mal.



