
The Write Way Podcast Folge 15: Schreibblockaden
Wir sind bei Folge fünfzehn angelangt und das ist eines meiner Lieblingsthemen: Schreibblockaden. Wir schauen uns an, was das eigentlich ist, wer davon betroffen ist, wie sich eine Schreibblockade äußern kann und vor allem, was man dagegen tun kann. Das ist der wichtigste Teil. Zuerst gibt es allgemeine Tipps und dann auch ein paar speziellere, weil Schreibblockaden ganz unterschiedliche Gründe haben können.
Also, was ist eine Schreibblockade überhaupt?
Wie der Name schon sagt: Die Kreativität ist blockiert. Es kommt nichts aufs Papier. Keine Buchstaben, keine Wörter, schon gar kein zusammenhängender Text. Ich behaupte ja, dass fast jede Person, die schreibt, irgendwann davon betroffen ist.
Wie wirkt sich das aus?
Entweder man schafft es nicht anzufangen, oder man kommt nicht weiter. Oder man hängt mitten im Text oder im Buch fest. Daran erkennt man schon, dass Schreibblockaden zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten können. Alles ein bisschen unpraktisch.
Was kann man dagegen tun?
Sehr viel. Allgemeine Tipps zielen vor allem darauf ab, die Kreativität wieder in Bewegung zu bringen. Und wichtig: Nicht alles funktioniert für jede Person gleich gut. Man muss ausprobieren. Bewegung ist zum Beispiel eine sehr gute Möglichkeit. Am besten etwas, das dir auch Spaß macht. Wenn du kein Bewegungsmensch bist oder draußen wegen Pollenallergie gar nichts mehr geht, dann lass es. Aber wenn Bewegung dich entspannt, kann sie helfen, die Kreativität wieder anzukurbeln.
Sex würde auch zählen, oder?
Ja, warum nicht? Ich habe jetzt eher an Spazierengehen oder Wandern gedacht, aber grundsätzlich gilt: ausprobieren. Nicht alles funktioniert für jede Person. Natur kann ebenfalls helfen. Man kann sich bewegen oder einfach draußen sitzen und genießen. Ziel ist immer, den Kopf freizumachen. Schreibblockaden entstehen im Kopf. Waldbaden ist gerade sehr im Trend. Für mich persönlich wäre das nichts, ich hätte danach vermutlich fünfzehn Zecken und dreihundert Gelsenstiche. Aber genau darum geht es: herausfinden, was für einen selbst passt.
Und wenn man weder Sex haben will noch Bewegung noch Natur?
Dann sucht man sich etwas anderes, das entspannt und den Druck aus dem Kopf nimmt. Oft läuft im Hintergrund dieser Satz: „Ich muss schreiben, ich muss das jetzt fertig machen.“ Und dann geht gar nichts mehr.
Bei mir ist es die Badewanne. Ich habe irgendwann beschlossen, dort nicht zu denken. Das funktioniert natürlich nur mit Übung. Das ist meine Zeit, meine [Me-Time], wie man heute sagt. Und dann kommen die Ideen oft ganz von selbst.
Musik kann helfen. Oder ganz banal fernsehen. Ja, ich sage es: [Netflix and chill]. Meditieren, wenn man das mag. Lesen kann auch sehr hilfreich sein, um vom Schreiben wegzukommen und trotzdem in der Sprache zu bleiben.
Wie ist das bei dir?
Wenn ich Stress habe, kann ich gar nicht lesen. Dann gehen höchstens Hörbücher. Meine besten Ideen habe ich, wenn ich etwas völlig anderes mache. Geschirr abwaschen, spazieren gehen oder meditieren. Ich meditiere täglich, nicht lang, aber regelmäßig. Manchmal wird der Kopf einfach leer, manchmal sprudeln die Ideen. Wenn gar nichts geht und es trotzdem schnell gehen muss, arbeite ich an einem anderen Projekt weiter. Layout, ein kleinerer Text, irgendetwas anderes. Das nimmt den Druck raus. Und dann geht es oft plötzlich wieder.
Das ist ein super Punkt. Manchmal hilft es, an einer anderen Stelle im Buch weiterzuschreiben. Oder an einem ganz anderen Text. Oder noch einen Schritt weiter zurückzugehen und ohne Ziel zu schreiben. Ohne Bewertung. Da kommen kreative Schreibübungen ins Spiel. Schreibimpulse oder [Writing Prompts] zum Beispiel. Ein Satzanfang, ein Satzende, ein Bild, ein Lied. Man muss herausfinden, welche Sinne die eigene Kreativität ansprechen. Regelmäßiges Schreiben kann auch helfen. Tagebuch oder [Journaling], wie man heute sagt. Oder automatisches, intuitives Schreiben.
Was ist das?
Hinsetzen, Timer stellen, zum Beispiel fünf Minuten, und losschreiben. Ohne abzusetzen. Egal was. Auch „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll“. Einfach durchschreiben. Manchmal passiert nichts. Manchmal entsteht eine Geschichte. Manchmal eine To-do-Liste. Oft ist es ein [Braindump], also ein Ausleeren des Kopfes.
Du hast gesagt, es ist hilfreich, die Gründe für eine Schreibblockade zu kennen. Welche gibt es da?
Zeitmangel ist ein Klassiker. Oder falsche Zeit. Oder zu wenig Priorität. Schreibtermine mit anderen helfen oft, weil man diese ernster nimmt als Termine mit sich selbst. Am besten online, damit man nicht zu viel plaudert oder fünf Kaffee trinkt. Es gibt Menschen, die überall schreiben können. Und andere brauchen ein Ritual. Ort, Uhrzeit, Umgebung, Geräusche, Musik oder Stille. Manche schreiben am besten im Café, andere nur in völliger Ruhe. Das alles gehört zum Schreibritual. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle. Ich kann abends gar nicht schreiben. Vormittags zwischen zehn und zwei ist meine Zeit. Vorher geht nichts, danach auch nicht.
Weitere Faktoren sind Sinneseindrücke: Duftkerzen, Essen, Trinken, der Sessel, der Ort. Und ganz wichtig: die eigene Gefühlslage. Emotionen beeinflussen Kreativität massiv.
Dann gibt es noch die inneren Kritiker:
„Schreibe ich gut genug?“
„Darf ich das?“
„Was, wenn das niemand liest?“
„Was, wenn ich schlechte Rezensionen bekomme?“
Vergleichen ist okay, aber bitte richtig. Jede Person schreibt einzigartig. Stephen King gibt es schon. Du musst kein zweiter Stephen King werden. Eine schöne Übung ist: Schreib für deinen größten Fan. Der liebt alles, was du schreibst. Das nimmt enormen Druck raus.
Zum Schluss: Nicht löschen. Niemals löschen. Leg Texte weg, pack sie in einen Ordner mit einem sehr ehrlichen Namen. Abstand hilft. Oder hol dir Feedback von außen.
Wenn der rote Faden fehlt oder die Struktur nicht klar ist, kann das ebenfalls eine Schreibblockade auslösen. Dann hilft es, vom Schreiben wegzugehen und an der Struktur zu arbeiten. Mindmaps, Skizzen oder Gespräche mit anderen. Manchmal liegt es auch an der Schreibstrategie. Wer immer drauflosschreibt, braucht vielleicht Struktur. Wer alles plant, braucht vielleicht mehr Freiheit. Vieles ist Versuch und Irrtum.
Zusammengefasst: Entspannung. Kreativität ankurbeln. Druck rausnehmen. Sex nicht vergessen.
Und wenn nichts hilft, den Grund suchen.
Und wenn selbst das nicht reicht, kannst du dich bei mir melden. Für ein Buchcoaching inklusive Mentaltraining.
Das war Folge fünfzehn.
Bis zum nächsten Mal.



