The Write Way Folge 35: Lesen muss nicht teuer sein

Lisa: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des The Write Way Podcasts. Die meisten von uns schreiben ja nicht nur gerne, die meisten von uns lesen auch gern. Und ich weiß nicht, wie es bei euch ist, bei uns ist es so: Es gibt gute Zeiten, es gibt schlechte Zeiten. Gerade bei den Selbstständigen unter uns, manchmal rollt der Rubel, manchmal ist die Börse leer.

Moni: Oder wie wir in Wien sagen: Wir sind das Ebenbild der pannonischen Tiefebene, flach nämlich. Das Bedürfnis nach Lesen ist aber eher unabhängig vom Cashflow. Das ist bei vielen von uns immer da. Bzw. gerade, wenn es vielleicht einmal nicht so raschelt im Börsel, ist es besonders wichtig, dass wir uns in eine andere Welt beamen können, dass wir Neues lernen, dass wir mitleiden, mitlachen und mitzittern. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir heute eine Folge machen zum Thema: Lesen muss nicht teuer sein. Oder anders gesagt: Wie kann man kostengünstig lesen oder kostenlos lesen? Ja Moni, und da gibt es verschiedene Möglichkeiten, gell?

Lisa: Genau, da gibt es einerseits die richtigen Bücher zum Angreifen. Da gibt es ganz viele Möglichkeiten. Zum Beispiel auf den Wiener Müllplätzen gibt es Telefonzellen, die Lesen retten. Solche alten Telefonzellen, die zu Büchertauschzellen umfunktioniert worden sind, gibt es auch in diversen Parks und auf mehreren Plätzen. Manchmal sind es auch keine Telefonzellen, sondern wirklich Bücherschränke, daher auch der Name offene Bücherschränke. Falls ihr es noch nicht entdeckt habt, dann macht euch auf die Suche bzw. auf zum Mistplatz. Dort kann man stöbern, Bücher mitnehmen und auch welche hinbringen. Ein reges Tauschgeschäft, bei dem kein einziger Cent fließt.

Moni: Eine dieser Zellen steht lustigerweise am Stöberplatz.

Lisa: Genau. Meine Mama und ich sind dort Stammkundinnen. Wir gehen meistens mit ein paar Büchern hin, die wir dort lassen, und kommen mit mindestens genauso vielen wieder zurück.

Moni: So Bücherzellen gibt es übrigens auch in anderen Ländern und Städten, zum Beispiel in den Niederlanden, in Deutschland und in Großbritannien. Und in den USA gibt es sogar Leute, die vor ihre privaten Häuser so einen kleinen öffentlichen Bücherschrank hinstellen. Es gibt bei uns noch andere Möglichkeiten, Bücher zu deponieren oder eben auch mitzunehmen. Es gibt zum Beispiel bei uns in Wien im 17. Bezirk in der Kalvarienberggasse ein ehemaliges Schaufenster, in dem Bücher stehen, die man mitnehmen darf.

Lisa: Es gibt auch Initiativen wie zB Books for Life. Die gibt es zwar nur in Wien, es gibt aber sicher Ähnliches in anderen Gegenden. Bei Books for Life gibt es gebrauchte Bücher zu einem guten Preis. Und wenn du deine Bücher dort kaufst, tust du gleichzeitig etwas Gutes mit deinem Geld. Der Erlös geht an soziale Projekte und somit ist das doppelt nachhaltig.

Moni: Ein anderes soziales Projekt mit Büchern gibt es vom Lions Club. Der hat an den unmöglichsten Stellen Bücherregale, wo du einen Euro reinwirfst und ein Buch mitnehmen kannst. Ich habe zum Beispiel bei uns in Mürzzuschlag in der Bäckerei so etwas gesehen. Und da nehme ich tatsächlich fast immer Bücher für meine Schwiegermama mit.

Lisa: In Geschäften gibt es auch oft günstige Bücher unter dem Stichwort Mangelware. Die haben meistens genau nichts, kosten aber deutlich weniger als die regulären Bücher.

Moni: Du kannst auch bei Antiquitäten, also bei Altwarenhändlern, schauen. Die haben sehr oft Bücher. Also es gibt ganz viele Möglichkeiten, sich günstig physische Bücher zu holen.

Lisa: Zum Beispiel auch in Büchereien. Bei uns in Wien kostet die Jahresmitgliedschaft so um die 36 Euro. Wenn man sich den Preis von einem neuen Buch anschaut, hat man das Geld mit zwei bis drei ausgeborgten Büchern schon wieder herinnen. Und der Vorteil: Man kann sich auch E Books und Hörbücher ausborgen. Das finde ich vor allem für den Urlaub super praktisch, weil früher habe ich einen ganzen Koffer nur für die Bücher gebraucht.

Moni: Solltet ihr übrigens mit der Büchereien App nicht glücklich sein, so wie ich, es gibt Alternativen, wie zum Beispiel die Libby App. Die ist ganz toll. Das schreibt man Ludwig Ida Berta Berta Y und da kannst du mit deiner Büchereiausweisnummer alles ausborgen, genau wie bei den normalen Büchereien. Und es gibt auch, auch nicht ganz meins, aber recht okay, die Onleihe App. Auch darüber kann man sich Büchereibücher ausborgen.

Lisa: Wenn du wirklich viel liest und nicht viel investieren möchtest, kannst du dir zum Beispiel ein Kindle Unlimited Abo leisten. Das kostet im Monat, glaube ich, um die 12 Euro. Und du hast eine relativ große Auswahl, kannst lesen, so viel du schaffst. Aber bitte Achtung, das umfasst nicht alle Bücher, die es auf Amazon gibt, sondern nur einen gewissen Teil davon. Und ebenfalls Achtung: Dank KI sind da in letzter Zeit enorm viele wirklich schlechte KI Bücher dabei. Erkennt man meist eh sehr schnell, aber man braucht doch ein wenig Geduld, bis man etwas Gutes gefunden hat.

Moni: So viel ich weiß, gibt es meistens auch ein Angebot, dass du Kindle Unlimited drei Monate gratis testen kannst. Ja, und wenn du so tickst wie ich, also die Lisa, wirst du wahrscheinlich denken: Ja, das ist eh fein, aber ich möchte meine Bücher lieber hören, ich mag nicht lesen. Da gibt es auch super Angebote. Ich selbst habe seit über 20 Jahren ein Audible Abo. Audible war früher selbstständig, gehört jetzt zu Amazon. Und es gibt dort seit einiger Zeit Bücher, die man kostenlos hören kann, die im Abo enthalten sind. Manche dauerhaft und manche nur als Promoaktion für kurze Zeit.

Lisa: Auch die Büchereien Wien haben einen enormen Fundus an Hörbüchern und auch die kann man über die Libby App super easy abrufen.

Moni: Es gibt übrigens noch etwas. Das weiß ich selbst erst seit Kurzem. Es gibt von der Arbeiterkammer die Möglichkeit, sich in deren Bücherei einzuloggen. Das kostet nichts. Man muss nur einen österreichischen Meldezettel hinschicken. Und dann hat man Zugriff. Auch das ist am besten über die Libby App abrufbar. Es gibt zwar eine eigene AK Direktbibliothek App, aber die kann nicht besonders viel. Die Bücher sind allerdings großartig und sie haben viele Hörbücher auch in mehrfacher Ausfertigung.

Lisa: Eines ist mir übrigens noch eingefallen. Etwas, das wir auch machen: Wir haben unsere eigene rege Büchertausch und Verleihbörse. Warum sollte man ein Buch fünfmal kaufen, wenn man es der Reihe nach lesen kann. Also eigentlich gibt es ganz viele Möglichkeiten, an kostenlose oder günstige Bücher zu kommen.

Moni: Stimmt. Dabei ist unsere Aufzählung alles andere als vollständig.

Lisa: Aber sie ist einmal ein guter Anfang.

Moni: Falls ihr noch Ideen habt, bitte einfach hören lassen. Ihr wisst ja, wo ihr uns findet.